Anfang einer Liebschaft: Acer Revo
geschrieben von
am
13. Mai 2009
Kategorie:
.linux, .tv
Gestern kam mein feiner neuer HTPC an. Der neue Acer Revo. Zuerst hatte ich das Model mit nur 1 GByte RAM, einer 8 GByte SSD und einem vorinstallierten Linux von play.com angepeilt aber dieser wird leider nicht nach Deutschland verschifft. Also musste es das teurere Model sein mit 2 GByte RAM, einer 160 GByte HDD und einem vorinstallierten Windows Vista.
Ausgepackt, angeschlossen, Windows Vista hochgefahren. Mein Gott kann das lange dauern. In der Zeit wo Vista komplett mit Einrichtung und reboots hochfuhr hatte ich auch schon meinen USB-Stick mit XBMC-Live fertig. Dieses basiert auf Ubuntu Mobile. Ehrlichgesagt habe ich davon noch nie gehört aber meine eher bescheidene Meinung über Ubuntu bestätigte sich auch in der tollen Mobile Version.
XBMC fuhr erfolgreich hoch und alles lief wunderbar. Da ich das Vista eh nicht haben wollte, hab ich die Version vom USB-Stick auch gleich auf die Festplatte installiert. Ade Windows. Dank dem unkomplizierten Installationsskript gestaltete sich das ganze auch recht komfortabel. Nach kurzer Zeit kam dann die Frage nach einem neuen Passwort für den User xbmc, welches ich auch gleich setzte und anschließend ohne Stick rebootete. Recht flott offenbarte sich mir das frisch installierte XBMC. Nur leider ohne Sound und ohne Internet geschweige denn WLAN.
Sollte ja kein Problem sein das zu ändern. Ab in die Konsole, was sich durch die Standardtasten Strg+Alt+Fx recht einfach gestaltete. Nur mit dem Login wollte es nicht so laufen wie gewollt, denn die Kiste nahm einfach mein Passwort was ich zuvor zuwies nicht an. Auch das Standardpasswort schien nicht das korrekte zu sein. Also reboot mit USB-Stick. Leider funktionierte da dann plötzlich auch keines der Passwörter mehr. Das Installationsskript muss irgendwas an den Usern gedreht haben und das sowohl auf der Festplatte als auch auf dem USB-Stick. Also nochmal USB-Stick bespielen und erneut booten vom Stick. Dann klappte auch das einloggen mit Standardpasswort. Was da schief ging, weiß ich nicht aber per mount und chroot kam ich dann auch auf die Festplatteninstallation und konnte dort das Passwort ändern.
Ich hab mir das ganze dann doch etwas leichter vorgestellt aber das war ja leider erst der Anfang. Denn ich hatte weiterhin weder Sound noch WLAN. Ein ifconfig und ein lspci bestätigte mir meine Vermutungen. Die Module und die Interfaces waren alle da. Ich habe mich erstmal um den Sound gekümmert der erstaunlicherweise auch nicht gemutet war. Also eigentlich hätte der Sound funktionieren sollen. Das Modul und snd-hda-intel war geladen und einsatzbereit. Nachdem ich den Lautstärkeknopf der Fernbedienung am LCD-Fernseher immer fester drückte und der Lautstärkepegel schon am Anschlag war, musste ich mit Erschütterung feststellen, dass ich nichts höre. Bevor ich nun den Arzt aufsuchen werde dachte ich mir ich informiere mich mal über den ALC662 verbauten Soundchip. Viel zu lesen gab es dazu nicht. Stutzig machte mich nur, dass man bei den Models des Chips den Acer Revo nicht fand. In diversen Foren las ich dann, dass Ubuntu eine veraltete Version von Alsa verwendet (wer hätte es gedacht) und nachdem ich fast drei Stunden an dem vorhandenen Modul rumgefuscht hab, hab ich einer neuen Version eher eine Chance gegeben. Also hab ich zuerst nach /etc/portage/package.unmask gesucht und dann einmal emerge -av alsa-lib gemacht und mich aufgerecht. Falsche Distribution.
Mal eben etwas unter Ubuntu zu kompilieren ist ein Graus, da eigentlich jedes Paket zum bauen eines Programms nicht installiert war. Glücklicher weise gab es ein Alsa-Update Skript, was das ganze für mich erledigte. Dummerweise fehlte aber wget oder war bessergesagt nicht installiert.
Nach knapp 30 Minuten rumkompiliererei konnte ich nach einem reboot und einem umstellen auf HDMI auch tatsächlich etwas hören.
1080p schauen ging zum Glück nach einem Umstellen von XBMC auf VDPAU sofort und auch absolut flüssig aber dazu gibt es ja schon genug Berichte im Netz.
Als nächstes folgt dann wohl die Verbindung zum Router mittels WLAN aber da werd ich mich ein anderes Mal zu widmen. Ich kann nur sagen, dass der Acer Revo als HTPC absolut Top ist und die Schwierigkeiten eigentlich eher bei XBMC/Ubuntu lagen.
Vorallem werde ich auf Dauer nicht auf mir sitzen lassen, dass auf der Kiste Ubuntu läuft und das wird zu gegebener Zeit wohl einem etwas erwachsenerem OS oder bessergesagt einer erwachseneren Distribution weichen. Hm…. gibts es XBMC und NVIDIA mit VDPAU auch für BSD?
19. Mai 2009 um 14:31
Hi,
hab mir die XBMC-Live auf einen USB-Stick gezogen. Nur mir fehlen die 1080p. VDPAU ist aktiviert. Hast du eine Idee voran das liegen könnte?
3. Juni 2009 um 19:14
Hast schon mit WLan weitermachen können? Ich bekomme zwar die Verbindung hin, die bricht allerdings ständig ab…
4. Juni 2009 um 12:13
Jau hab ich. Hab einfach ein HowTo von ubuntu.com verfolgt. Derzeit habe ich keinerlei Verbindungsprobleme oder Abbrüche. Ich nutze WPA zur verschlüsselung und damit laufen auch 720p Videos.
7. Oktober 2009 um 08:13
oO XBMC Live läuft mit dem Revo out-of-the box mit Ton. Es muss nur in den Audio-Einstellungen der Ausgang auf “hdmi” gestellt werden, fertig.
Einzig die Netzwerk-Einstellungen müssen auf der shell eingestellt werden, falls man kein DHCP mag.
Und warum man auf einer stark abgespeckten, speziell auf XBMC angepasste Live-Disti eine komplette Entwickler-Umgebung erwartet, erschliesst sich mir nicht.
Für mich ein getarnter “BSD ist geil, Linux ist scheisse” Artikel.
1. Februar 2010 um 20:09
Und der optische Ausgang, geht der auch mit Linux?